Prima Leben und Stereo 2012 – Abfeiern, Schlammcatchen, Bands hören am Vöttinger Weiher

Zum 19. Mal fand am vergangenen Freitag und Samstag das PLUS Festival am Vöttinger Weiher nahe Freising bei München statt.

Gute Laune, Sonne pur, ein Weiher zum abkühlen und natürlich Live Acts vom Feinsten waren an beiden Tagen wieder angesagt. Ein Sommergewitter am Donnerstagabend sorgte für eine riesige Schlammwelt am Campingplatz. Ganz zur Freude einiger, die genüsslich darin badeten und sich zu Sumpfmonstern verwandelten. Ansonsten hielt sich das Wetter ganz im bayerischen Sinne und präsentierte sich in weiß – blau.

Vierzehn Bands umfasste das LineUp. Fast pünktlich um 15:30 wurden Nerds On Prom Night von Moderatorin Fumiko von on3 des Bayerischen Rundfunks angekündigt und eröffneten den musikalischen Teil des Tages. Schwierig hats der Opener immer, da die meisten noch chillten oder im Weiher badeten. Nach kurzer Zeit füllte sich der Platz vor der Bühne und es wurde gehüpft und getanzt. Weiter ging es mit Pandoras Box. Zu früher Stunde breitete sich eine gehörige Portion Emotionalität über dem Platz aus.

Vierkanttretlager musste leider krankheitsbedingt absagen und wurden von Mega! Mega! aus Berlin vertreten. Deutscher Rock, der allerdings nicht bei jedem im Publikum ankam wurde von Mega! Mega! geboten.

Mit der Band Auletta füllte sich der Platz vor der Bühne zusehends. Lässigen deutscher Indie-Rock boten die Mainzer und das Publikum tanzte und klatschte bei untergehender Sonne.

Bodi Bill, eine Berliner Band, die sich ganz einem Mix aus Electro und Industrial-Rock mit schräger Bühnenshow und fantasievollen Outfits  verschrieben haben. House-artige Synthesizer Passagen luden zum tanzen und abfeiern ein.

DER Headliner an diesem Abend war für viele sicher Frittenbude. Mit ihren Songs und dem knalligen Bass heizten sie dem Publikum ordentlich ein. Die Masse kam in Bewegung und tanzte was die Beine hergaben.

Den Abend abschliessen durften Jean Team. Elektronisch wurde das Publikum auf die an der Seebühne im Anschluss auflegenden DJs eingestimmt.

Der Samstag begann mit einem kurzen Sommergewitter, das zumindest für kurze Zeit die herrschende Schwüle etwas erträglich machte. Pünktlich um 15:15 verabschiedete sich das Gewitter und Young Chinese Dogs spielten auf. Chilliger Folkpop lockte die noch verkaterten Besucher wieder vor die Bühne.

Monday Tramps aus Freising trat mit gehörigem Heimvorteil an. (Fast) Jeder kannte die Jungs und ihren rockigen Sound. Songs wie „Lullabies“ oder ihr Beatles Cover von „Come Together“ verfehlten ihre Wirkung nicht. Das Publikum verlangte zu Recht lautstark nach einer Zugabe. Allerdings ist der Zeitplan des Festivals so straff, dass man die Fans nur auf das nächste Konzert der Band vertrösten konnte.

Auch am zweiten Tag spielte eine Ersatzband, da es eine krankheitsbedingte Absage der Band EFFI gab. Adolar aus Leipzig, benannt nach einer Trickfilmfigur, schlug derbe, rockige Töne und versuchte das Publikum zu begeistern. Allerdings gelang das nicht in ganzer Breite.

Die Türen aus dem hohen Norden enterten im Anschluss die Bühne und sorgten für reichlich Spaß. Maurice Summen begeisterte das Publikum mit seinen Sprüchen und Texten und brauchte außerdem die ganze Bühne zum tanzen. „Rentner & Studenten“ wurde lauthals vom Publikum mitgesungen. Die Türen waren ein echter Höhepunkt des zweiten Tages.

Kaum Zeit zum Luftholen, denn der zweite Höhepunkt folgte. Fiva & das Phantom Orchester waren der nächste Act.  Nina Sonnenberg, Rüde von den Sportfreunden Stiller und Paul Reno von den Emil Bulls überzeugten mit gutem Deutsch-Hip-Hop. Den Massen gefiel es und man tanzte und freute sich über gelungene Wortspiele. Ein grandioser Auftritt!

Für viele aber lange nicht für alle als Highlight angekündigt, folgte The Notwist. Das verbliebene Publikum lauschte andächtig den sphärischen Klängen. Die die geblieben waren, waren wie berauscht.

Den Abend und den musikalischen Teil des Festivals durfte Fuck Art Let’s Dance beschließen.  Als Indietronic, Electro kann man ihren Sound bezeichnen. Gute Einstimmung für das Publikum für die DJs am Weiher.

Ein tolles Festival ging für uns damit wieder einmal zu Ende. Und auch in diesem Jahr sind wir wieder der Meinung: Das PLUS Festival ist das chilligste und lauschigste Festival in der Region überhaupt. Selbst den Bands, mit denen wir gesprochen haben, fiel durchweg die positive Stimmung der Helfer und des Publikums auf, ohne das wir sie explizit darauf angesprochen hätten.

Auch wir fühlen uns jedes Jahr wieder sehr wohl und willkommen. Im Gegensatz zu manch anderen Festivals wird die Presse hier nicht als störendes Beiwerk gesehen. Ganz im Gegenteil!

Ein riesengroßer Dank geht an alle der über 300 freiwilligen Helfer des Vereins Prima Leben und Stereo, die mit unglaublicher Mühe das Festival jedes Jahr auf die Beine stellen. Mit dem kleinen aber ganz entscheidenden Unterschied: Die Mühe merkt man ihnen nie an! Danke für zwei wundervolle Tage mit tollen Bands und einem tollen Publikum. Wir freuen uns heute schon auf das PLUS 2013!

Fotos Prima Leben und Stereo Tag 1

Fotos Prima Leben und Stereo Tag 2

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